Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

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Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Schlumpfine » 07.07.2019 03:23

Ich nehme Nystatin seit 5 Tagen. Dosierung 2x2 Tbl, jeweils zum Essen dazu (morgens esse ich nichts und weiß nicht, ob ich es nur zum Kaffee dazunehmen kann)
ich bekomme Kopfschmerzen mit Tendenz zur Migräne, zusätzlich Sehstörungen/Verschwommensehen.
Ist das eher als Nebenwirkung/Unverträglichkeit zu bewerten oder könnte es auch vom Absterben der Pilze kommen?
Darmprobleme habe ich sowieso, die liste ich hier nicht separat auf :roll:

Caprylsäure und Monolaurin vertrage ich leider nicht. Kräuter gehen meist auch nicht, deshalb habe ich Oregano Öl nicht ausprobiert.Nystatin wird ja als nebenwirkungsarmes Mittel beschrieben und ich suche einfach nur einen Weg der Behandlung, den ich eine zeitlang beibehalten kann. Dauermigräne wäre eine Kontraindikation.
Wenn es ein Die-off-Effekt ist, müsste es ja aufhören...
Bei mir wurde Candida parapsilosis nachgewiesen. Zuerst habe ich mit Fluconazol behandelt und erstaunliche Effekte auf die zuvor fast tägliche Migräne festgestellt. Aber Fluco kann man ja nicht so lange nehmen, deshalb habe ich auf Nystatin umgestellt.Heute ist der 6. Tag mit Nystatin. Ich habe eine starke Histaminintoleranz seit einer langen Antibiotikatherapie. Meine Hoffnung ist, durch eine sinnvolle Pilzbehandlung dies zu verbessern.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Krasny » 07.07.2019 09:15

Hallo, Schlumpfine,

Antimykotika nimmt man NACH dem Essen ein, nicht zum Essen! Ansonsten wären sie ja wirkungslos, weil du mit dem Essen die Pilze gleichzeitig anfütterst.

Das Nystatin tötet die Pilze. Dadurch werden deren Toxine und Pilzleichen freigesetzt. Beides belastet den Körper. Du solltest parallel etwas nehmen, was die Pilzgifte bindet. Geeignet wären Chlorellas, Heilerde oder Bentonit oder Zeolith.

Nystatin wirkt gut gegen Candida albicans, kann bei anderen Pilzen dagegen weniger gut wirken bzw. nur in sehr hoher Dosis.
Länger als max. 3 - 4 Wochen Nystatin zu nehmen, macht keinen Sinn. Als Mittel zur Dauereinnahme, wie du schreibst, ist es nicht geeignet bzw. nicht sinnvoll.

Aha, C. parapsilosis. Wurde eine Resistenzprüfung gemacht?
Zuerst behandelt man lokal (Darm, Mundraum) und erst dann systemisch. Du hast es umgekehrt gemacht, wenn ich das richtig verstanden habe.

Nystatin wirkt nur lokal auf den Schleimhäuten, während Fluconazol ins Blut geht. Die beiden Mittel kannst du nicht gegeneinander austauschen. Jedes hat seinen Wirkbereich. Deshalb erst Nystatin (wenn es durch Resistenzprüfung als wirksam getestet wurde) und danach gegen Ende der Nystatinbehandlung zusätzlich Fluconazol.
Liebe Grüße, Krasny
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Schlumpfine » 07.07.2019 09:30

Vielen lieben Dank, dass Du mir antwortest!
Es wurde keine Resistenzprüfung gemacht.
Das Nystatin nehme ich bisher sozusagen mit den letzten Bissen meiner Mahlzeit, also am Ende. Ich hatte mich nicht getraut, es zwischendurch zu nehmen - aus Angst vor Nebenwirkungen. Jahrelang habe ich mich nicht getraut, Nystatin zu nehmen, aber die Pilze müssen endlich weg und erst jetzt habe ich durch eine Freundin verstanden, dass scheinbare Nebenwirkungen oder Unverträglichkeittsreaktionen auf Antipilzmittel eigentlich auch als der Die-off-Effekt gedeutet werden kann. Schwer auseinanderzuhalten...

seit der Nystatineinnahme (heute 6. Tag) habe ich wieder vermehrt Kopfschmerzen, auffällig sind Muskelschmerzen und Sehstörungen, Hitzegefühl und Magen-Darm-Schmerzen. Würde das als Hinweis auf einen Erfolg taugen? 8) also dass die Pilze absterben und es nicht nur Nebenwirkungen sind?

Ich überlege, zusätzlich noch Propolis auszuprobieren. Und bin unsicher, ob ich zusätzlich noch den Mund mit behandeln muss. Zwei Nystatin Suspensionen habe ich leider nicht vertragen, habe akut Migräne bekommen, vermutlich wegen der enthaltenen Parabene. Kräuter und ätherische Öle gehen bei mir leider nicht wegen Histamin- und Salizylatintoleranz.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Krasny » 10.07.2019 12:54

Warum sollte ich dir nicht antworten?

Warte nach der Mahlzeit besser 15 - 20 min ab, ehe du Nystatin einnimmst.
Ja, der Die-off-Effekt, das ist die Reaktion des Körpers auf die absterbenden Pilze.

Diese Erstverschlimmerungen dauern normalerweise nur ein paar Tage. Die Kopfschmerzen & Co. sollten sich also bald wieder legen.

Nicht zusätzlich. Beende die Nystatinbehandlung und mache dann mit einem anderen Mittel weiter. Propolislösung ohne Alkohol kannst du zum Spülen für den Mundbereich nehmen. Klar muß der Mundbereich mitbehandelt werden, sonst steckst du dich durch Herunterschlucken der Pilze mit der Nahrung immer wieder selbst an.
Bitte hier lesen (insbesondere die Ergänzung zur Mundhygiene nach Punkt 6.): viewtopic.php?p=55908#p55908
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Schlumpfine » 12.07.2019 03:18

Vielen lieben Dank für die Hilfe! 8)

Eines verstehe ich nicht: warum ist es besser, das Nystatin nicht zum Essen dazu zu nehmen? Mein Gedankengang wäre/war, dass es sich ja dann mit dem Essen vermischt und lange im gesamten Darm wirken kann - und wenn sich Pilze über den Darminhalt hermachen wollen, werden sie gleich gekillt oder zumindest beschädigt und an ihrer Vermehrung gehindert.

Gestern mittag habe ich ausprobiert, eine Tbl. Nystatin mehr zu nehmen: Ergebnis war starke Migräne.
Abends habe ich wieder die übliche Dosis genommen.

heute mittag wieder die höhere Dosis - als Test, um ein Gefühl für die Zusammenhänge zu kriegen. Bisher keine Migräne, nur stärkere Sehstörungen und bisschen klapperig.
Zusätzlich hatte ich nach dem Essen endlich gewagt, das Antipilz Mundgel zu nehmen, damit ich mich nicht immer wieder über den Mund selbst anstecke.

INFECTOSOOR Mundgel
• Der Wirkstoff ist: Miconazol
1 g Gel enthält 20 mg Miconazol.
• Die sonstigen Bestandteile sind: Polysorbat 20, Saccharin- Natrium, vorverkleisterte Stärke (aus Kartoffeln), Orangen- Aroma, Kakao-Aroma (enthält u. a. Propylenglycol), Ethanol 96 %, Glycerol, Gereinigtes Wasser.

Ist das ok? Es schmeckt süß, aber hoffentlich ist das nur Süßstoff und kein Zucker. Ich brauche nur etwas für den Mund, was wirkt und was mir keine Migräne macht. Mehr kann ich momentan nicht verlangen, da die Migräneschwelle sehr niedrig ist.

Bin etwas unsicher,
- ob Miconazol ausreichend wirkt
- ob ich es dann nach und nach runterschlucken soll/darf oder ob ich es lieber ausspucken soll
- ob ich weiter ausprobieren soll, die Nystatin Dosis etwas zu steigern.

Morgens esse ich nichts, trinke nur. Soll da auch noch Nystatin dazu? Denn bei zwei Mahlzeiten am Tag ist die Gesamtdosis sonst zu gering. Meine Idee war, ob ich zum Mittagessen und Abendessen jeweils 3 Tbl. nehmen könnte, um insgesamt auf 6 Tbl. zu kommen.

Bisher weiß ich nicht, ob ich die Tabletten ohne Essen überhaupt vertragen würde, ohne sofort per Histamin-Overdose in die nächste Migräne zu rutschen. Könnte ich aber auch ausprobieren.
Es könnte ja auch sein, dass die Migräne durch die Pilze getigert wird und dann nach und nach nachlässt. So war es bei der Fluconazol-Einnahme. ich habe ja dann gewechselt zum Nystatin.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Krasny » 13.07.2019 08:35

Ja, das ist die Trojanisches-Pferd-Theorie. Deshalb wird der Nystatin-Suspension Zucker zugesetzt. Ob das im Darm auch so wie im Mund funktioniert, kann ich nicht sagen. Jedenfalls steht in den Beipackzetteln der Nystatin-Tabletten/-Dragees: "nach den Mahlzeiten". Deshalb sollte man sich schon daran halten, denke ich.

Die Hersteller geben an, 3 x 2 Tabletten Nystatin zu nehmen. Für Leute, die die Pilze schon eine Weile haben, ist das eine Hammerdosis. Es sterben sofort so viele Pilze ab, daß sich die Leute hundeelend fühlen. Deshalb sollte man mit 3 x 1 Tablette in der ersten Woche beginnen, evtl. sogar mit noch weniger, und erst dann die Dosis erhöhen.

Ja, Miconazol sollte auch gegen Candida wirken.
Da ist Saccharin als Süßstoff drin. Das ist während der Antipilztherapie erlaubt, wenn auch nicht unbedingt gesund. Aber du schluckst es ja nicht runter.
Laut Beipackzettel soll Infectosoor immer NACH den Mahlzeiten angewendet werden. Es soll so lange wie möglich im Mundbereich wirken und kann dann heruntergeschluckt werden. Solltest du dir nach dem Herunterschlucken nicht gut gehen, kannst du es beim nächsten Mal auch ausspucken.

Zwei Mahlzeiten am Tag sind zu wenig. Da ist die Zeit zwischen zwei Mahlzeiten sehr lang. Kein Wunden, daß du dich schlecht fühlst. Die Pilze verlangen nach Nahrung, es kann zu Unterzuckerungserscheinungen kommen. Lieber 5 bis 7 kleine Mahlzeiten pro Tag als 2 oder 3 große. Die Nahrungsmenge sollte insgesamt für den Tag die gleiche sein.

Das würde ich nicht machen, zweimal so eine Hammerdosis einnehmen. Mit Gewalt und Überdosierung kannst du die Pilze sowieso nicht besiegen.
Liebe Grüße, Krasny
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Schlumpfine » 14.07.2019 08:32

Danke für Deine Antwort. Gestern und heute ist es mir ganz furchtbar schlecht gegangen. Ich habe das Mundgel in Verdacht, zusätzlich hatte ich Sojajoghurt gegessen, um auszuprobieren, ob ich den besser vertrage als Kuhmilchjoghurt. Vielleicht ist es auch beides, ich hatte ganz schlimm Migräne und musste ein Triptanspray nehmen.
Nun habe ich mir Propolistropfen bestellt. Wirken die auch zuverlässig? Vorausgesetzt, ich vertrage sie....

Ich weiß nicht, ob das Fluconazol, das ich ja zuvor 2 Wochen genommen hatte, die Schleimhäute in Mund und Nase/Rachen/Speiseröhre mit behandelt hat - wäre es denkbar, dass das so schon ok ist? Ich weiß, dass es den Darm nicht erreicht, aber bei Nase/Rachen/Mund/Speiseröhre finde ich unterschiedliche Informationen.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Steini » 15.07.2019 08:58

Hallo
Ich habe bisher nur mitgelesen und mich jetzt mal hier angemeldet.
Wenn Fluconazol nicht im Darm wirkt, wo wirkt es dann?
In welchem Organen kommt es dann überhaupt an?
Es wird doch über das Blut verteilt.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Schlumpfine » 15.07.2019 01:01

Ich habe es so verstanden, dass Fluco im Gewebe wirkt, aber nicht in Hohlräumen. Es wird immer wieder betont, dass das Darmlumen nicht erreicht wird. Also der Innendurchmesser des Darms kann dann weiter von den Pilzen geplündert und beschädigt werden.
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Re: Nystatin - Nebenwirkungen oder Die-Off-Symptome?

Beitragvon Steini » 15.07.2019 04:58

Okay, danke.
Was ist wäre dann wohl mit Prostata und Blase?
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