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| Herpesviren Infos zu Herpesviren, Epstein-Barr-Virus, Desoxycholsäure (DCA) |
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Epstein-Barr-Virus-Infektionen
Epstein-Barr-Virus-Infektionen
Das Epstein-Barr-Virus, ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren, wird von Mensch zu Mensch durch Mundspeichel übertragen und infiziert in Mitteleuropa etwa 50 % der Menschen schon im Kleinkindesalter (meist subklinisch). Im Schulkind-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter, wo weitere 40 % infiziert werden, führt das Virus gehäuft zur Erkrankung in Form der infektiösen Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber): 1 - 3 Wochen post inf. fieberhafte Pharyngitis, meist mit zervikaler Lymphadenitis (80 - 85 %), Splenomegalie (60 - 70 %), teilweise auch mit Begleithepatitis (20 - 40 %), Ikterus (10 - 20 %), Exanthem (bei Kindern), vereinzelt mit weiteren Organmanifestationen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung über ein Jahr chronisch verlaufen. Wie alle Herpesviren führt das EBV zur latent persistierenden Infektion. Reaktivierungen verlaufen bei Gesunden in der Regel asymptomatisch, bei Immunsupprimierten kommen jedoch schwere Erkrankungen vor. Besonders bei Immunschwäche kann die Infektion wohl auch Maligome induzieren: EBV-assoziiert sind lymphoproliferative Syndrome (B-Zell-Tumoren), das Burkitt-Lymphom (bei Kindern in Afrika) und das Nasopharynxkarzinom (Schmincke-Tumor). Bei infektiöser Mononukleose treten im Differentialblutbild typischerweise sogenannte Virozyten ("Pfeiffer-Zellen") auf, die aktivierten T-Zellen entsprechen. Im Verlauf der EBV-Infektion werden Antikörper gegen verschiedene Antigene des Virus gebildet: zunächst gegen das Virus-Kapsid-Antigen (VCA), in der Rekonvaleszenz nach der akuten Phase auch Antikörper gegen EBV-Kernantigen (EBNA). Ihr zeitlich unterschiedliches Auftreten ermöglicht Aussagen zum Infektionsstadium. Für Mononukleose nicht spezifisch sind sogenannte heterophile Antikörper. EBV-Antikörper Immunoassay/Labor S3 Indikation: Verdacht auf infektiöse Mononukleose, v. a. Reaktivierung, EBV-assoziierte Malignome, Beurteilung des Immunstatus Material: 0,1 ml Serum (pro Antigen) Referenzbereich: VCA-IgM-AK: nicht nachweisbar (außer bei frischer Infektion) VCA-IgG-AK: nachweisbar bei 90 % der Erwachsenen EBNA1-IgG-AK: nachweisbar bei 90 % der Erwachsenen Bewertung: VCA-IgM-AK treten als Marker der frischen Infektion (Index > 100) ab Krankheitsbeginn auf und sind in der Regel nur für 2 - 3 Monate nachweisbar. Antikörper in niedriger Höhe können länger persistieren oder erscheinen als Mitreaktion bei anderen Herpesvirus-Infektionen. Bei chronisch aktiver Infektion persistieren hohe AK-Konzentrationen, wobei keine EBNA1-IgG-AK nachzuweisen sind. In seltenen Fällen treten bei frischen EBV-Infektionen keine VCA-IgM-AK auf. VCA-IgG-AK steigen ebenfalls ab Krankheitsbeginn an, erreichen 4 - 6 Wochen post inf. ihren Maximalwert und fallen dann langsam ab, bleiben aber lebenslang nachweisbar. Bei Reaktivierung steigen die AK-Werte wieder an. Meist hohe AK-Konzentrationen sind auch bei chronisch aktiver Infektion, Burkitt-Lymphom und Nasopharynxkarzinom zu finden. EBNA1-IgG-AK treten erst 2 - 3 Monate post inf. in der Rekonvaleszenz auf, so daß ihr Nachweis eine akute Infektion ausschließt. Bei chronisch aktiver Infektion werden sie nicht oder nur in geringem Umfang gebildet. In der Regel bleiben EBNA1-IgG-AK lebenslang nachweisbar, nur bei schwer gestörter zellulärer Immunität (z. B. Knochenmarktransplantation, Leukämie) kann es zum Verlust der AK kommen. |
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Lady2009 (10.11.2010), relaxfirst74 (19.01.2012) | ||
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