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Alt 11.12.2006, 01:23
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Runow-Vortrag über Umweltmedizin

Zusammenfassender Bericht über den Fachvortrag von Klaus-Dietrich Runow
am 19.05.2006 im Leipziger Marriott-Hotel


Zitat:
Der Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow, Jahrgang 1955, behandelt seit 20 Jahren Patienten mit Allergien und ausgeprägten Überempfindlichkeitsreaktionen auf Chemikalien. Als erster deutscher Arzt hat er seine Umweltmedizinprüfung in den USA absolviert und ist zertifiziert vom International Board for Environmental Medicine. Mit seinem Buch Klinische Ökologie und dem im Jahre 1989 erbauten ersten Institut für Umweltkrankheiten im nordhessischen Bad Emstal ist er einer der Pioniere der Umweltmedizin in Deutschland. Vorträge in zahlreichen Ländern wie Japan, Ungarn, USA, Schweden, Saudi-Arabien, Dubai u. a. machten das klinisch-ökologische Konzept in Patienten- und Medizinerkreisen bekannt. Im Oktober 2001 wurde er zum Ehrenmiglied der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie ernannt. In seinem Institut für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) kommt modernste Diagnostik in Kooperation mit US-amerikanischen Laborpartnern zum Einsatz. Therapeutisch wird in Bad Emstaler Kurzentrum das von ihm entwickelte Entgiftungsprogramm Hepar-Tox® angewendet.
Auszug von der Rückseite des Buches "Nervenschutz durch Entgiftung", © 2005 Klaus-Dietrich Runow, ISBN 3-86516-504-4


In seinen vorangestellten Bemerkungen zum Vortrag sagte Herr Runow, daß er auf besonderen Wunsch etwas ausführlicher als geplant auf die Thematik Darmpilze und Schwermetalle eingehen wird. Ich hatte ihn vorher per E-Mail gebeten, zu einigen speziellen Fragen nach dem Vortrag befragen zu dürfen. Das hat er offensichtlich gleich in den Vortrag eingebaut. Die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch bot sich nach dem Vortrag trotzdem noch. Außerdem hatte ich mit dem Geschäftsführer der Firma Supplementa telefoniert und ihn gebeten, Herrn Runow auf die Erörterung spezieller Fragen des Candida-Info-Forums anzusprechen, was er offensichtlich getan hat. Jedenfalls wurde ich von beiden sehr herzlich begrüßt, als ich meinen Namen und das Forum nannte.

Ich habe während des Vortrags fleißig mitgeschrieben und möchte euch nachfolgend die wichtigsten Punkte in zusammengefaßter Form präsentieren:

Ursachen für neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson u. a. sind:
1. oxydative Radikale
2. Homocystein
3. erhöhter Eisenspiegel
4. Defekt der mitochondrialen Energieproduktion

Es spielen einerseits genetische Faktoren (Veranlagung) und andererseits Umweltfaktoren eine Rolle.
Zur Verringerung von 1. sollte man genügend Radikalenfänger zu sich nehmen, zu 2. Folsäure, B6, B12. Marathonlauf ohne Einnahme von Q10 ist Selbstmord! (OT Herr Runow)

Bedarf an Vitamin C
Code:
Alter in      RDA-       SONA-
Jahren        Empf.(*)   Empf.(**)
11 - 14       50 mg      150 mg
15 - 18       60 mg      200 mg 
19 - 24       60 mg      200 mg
25 - 50       60 mg      400 mg
> 50          60 mg      1000/800 mg
(*) European Recommended Daily Allowance (europäische empfohlene Tagesmenge)
(**) Suggested Optimal Nutrient Allowances (vorgeschlagene optimale Nährstoffmenge)



Pro Zigarette werden 50 mg Vitamin C verbraucht. Daraus ergibt sich, welch erheblich höheren Vitamin-C-Bedarf Raucher haben.

Anhand eines Tests auf bestimmte Aminosäuren können Mängel an Mineralstoffen festgestellt werden:
• zu viel Histidin bedeutet Zinkmangel
• viel Tryptophan bedeutet B6-Mangel

Malabsorption ist bedingt durch defekte Darmmembranen (Darmschleimhaut). Die Prüfung erfolgt mit Hilfe von Laktulose.

Candida albicans ist ein Meister der Tarnung. Er bildet Pseudomyzelien (Keimschläuche) aus. Bei dem Versuch, ihn auszuhungern, bildet er Myzelien aus und holt sich die benötigten Nährstoffe aus dem Blut. Candida bildet Enzyme und macht damit die Darmzotten kaputt und dringt in diese ein.
(Herr Runow zeigte an dieser Stelle eine eindrucksvolle Zeitraffer-Mikroskopaufnahme, bei der das Eindringen eines Candida-Pilzes in die Darmwand zu sehen war.)

Die Pilzgifte schalten unser Immunsystem auf Allergien um. Dazu dient ein ß-Allergen (Neurotransmitter).

Folgende natürliche Antimykotika kommen als Anti-Pilzmittel in Frage:
• Berberin
• Caprylsäure
• Goldenseal
• Oregano
• Tanalbit
• Uva Ursi

Während Pilze gegen chemische Antimykotika wie Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Nystatin manchmal resistent sein können, wird das bei den natürlichen Mittel weniger beobachtet. Eine Resistenzprüfung sollte vor einer Anti-Pilz-Behandlung mit Antimykotika deshalb immer gemacht werden.
Der Pilz Geotrichum kann resistent gegen Nystatin sein, Candida nicht. Aber Candida kann resistent sein gegen Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol.

Zitat:
Pilze im Darm

Der Gynäkologe Dr. Mendling vertritt folgende Auffassung: "Hefen sind keine physiologische Flora, da nicht alle Menschen Hefen im Darm haben. Selbst wenn man Hefen bei 80 % der Untersuchten findet, sind sie nicht physiologisch, sondern nur häufig".
Prof. Nolting erwähnte, daß Candida albicans jederzeit die Potenz habe, unter günstigen Bedingungen einen hohen Grad an Pathogenität zu erlangen: "Pathogene Hefen gehören nicht auf die Haut und auch nicht in die gesunde Darmflora".(*)

(*)Prof. Nolting, 102. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden, 13. - 17. April 1996


Pilze und Allergie

Nach den Erkenntnissen von Prof. Wolfgang Heinzmann besteht tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Besiedelung mit Candida albicans und chronischem Asthma, Rhinitis sowie der atopischen Dermatitis (Neurodermitis). Nach der Phase der Epithelinvasion beginnen immunologische Veränderungen: Makrophagen stimulieren T-Helferzellen, über denen gleichzeitig durch den Einfluß des Candida-Antigens ein Shift von der Th1-Population zur Th2-Population stattfindet, d. h. vermehrte Produktion von IgE-Antikörpern und Aktivierung von Mastzellen. Dies bedeutet eine Umschaltung des Immunsystems in Richtung Allergie.(*) Eine Hochregulation immunologischer Vorgänge bedeutet eine verstärkte Entzündungsreaktion, die auch das Nervensystem betreffen kann.

(*) Heinzmann, W., R., Die intestinale Candidiasis, Z. Allg. Med., 1997; 73: 886 - 890, Hippokrates Verlag, Stuttgart
Auszüge aus "Nervenschutz durch Entgiftung", © 2005 Klaus-Dietrich Runow, ISBN 3-86516-504-4


Unsere Eingeweide werden von 100 Mio. Nervenzellen umhüllt. Bei allen neurologischen Untersuchungen sollte deshalb auch der Darm mit untersucht werden!
Auch bei Gelenkbeschwerden sollte abgeklärt werden, ob Darmprobleme bestehen.


Probiotika
(gewöhnliche Darmbakterien konnten in einem Laborversuch 20.000 Mausgene aktivieren)
• Allergienvorbeugung durch Darmbakterien
• Aktivierung des Immunsystems
• Senkung der Neurodermitis bei Kindern
• verkürzte Durchfalldauer
• Remissionserhalt bei Colitis uclerosa
• Verringerung gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte


Haaranalyse (nach der neuesten Methode HR-ICR-MS)
Untersuchung auf Schwermetallbelastung (Wismut, Blei, Cadmium, Quecksilber u. a.)

• Selen bindet Schwermetalle!
• Glutathion (GSH) reduziert Wasserstoffperoxid. Es besteht aus Cystein, Glycin und Glutamin und ist eines der wichtigsten Antioxidantien des Gehirns.
• Alpha-Liponsäure (ALA) ist eine natürliche Substanz und wurde 1952 erstmals aus Lebergewebe isoliert. Sie ist wichtig für die Metallentgiftung.


Basisdiagnostik in der Functional Medicine
• Hepar-Tox®-Test (funktionelle und genetische Analysen der Entgiftungsleistung der Leber; Untersuchungsparameter werden stets aktualisiert)

• Stuhl- und Verdauungsanalyse (Mikroökologie des Darms: Bakterien, Pilze, Parasiten, Verdauungsparameter, Entzündungsfaktoren)

• Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Antikörpertests, zelluläre Tests wie der Aktivierte-Monozyten-Neutrophilen-Test) einschließlich Ausschluß einer Zöliakie (Gluten-Antikörper, Endomysium-Antikörper)

• Kardiovaskulärer Risikotest (funktioneller und genetischer Test mit Bestimmung der unabhängigen Risikofaktoren wie Homocystein, hs-CRP)

• Fettsäuren- und Aminosäurenanalyse (Information über erhöhten Vitamin- und Nährstoffbedarf einschließlich Coenzym-Q10-Test)

• Haaranalyse (Schwermetallbelastung)


Im Anschluß an den Vortrag konnten individuell Fragen gestellt werden, die Herr Runow per Mikrofon beantwortete, später auch in kleiner Runde direkt von Angesicht zu Angesicht.

• Auf meine Frage, was er von der Ozontherapie als Alternative zu systemischen Pilzmitteln hält, antwortete Herr Runow: "Nichts!" Der Behandlung mit Infusionen mit hochdosiertem Vitamin C steht er positiv gegenüber.

• Unser Trinkwasser ist mit Blei belastet. Deshalb immer das Wasser eine Weile laufen lassen, ehe man es verwendet.

• Die orale Einnahme von Säureblockern fördert die Ausbildung von Allergien. Wenn man es zur Entsäuerung einnimmt, dann nur kurzzeitig (max. 4 - 6 Wochen). Der Grund ist, daß schon eine so geringe Änderung des pH-Wertes im Magen (Magensäure) von 2,5 auf 2,75 bewirkt, daß allergene Eiweiße nicht mehr vorverdaut werden und somit in den Darm gelangen. Nachgewiesen wurde dies an Kabeljauprotein. Unverdaut hat der Fisch ein mehr als 10.000fach erhöhtes allergenes Potential!
Zitat:
Die Studie erfolgte an 150 Personen. Keiner der Probanten wies vor der Therapie mit Säurehemmern IgE-Antikörper gegen Haselnuß auf. Drei Monate später jedoch fanden sich bei 4 von 5 Studienteilnehmern spezifische IgE-Antikörper.
Nach 8 Monaten zeigten 4 dieser 5 Personen auch im Pricktest positive Reaktionen auf Haselnuß - zwei berichteten über Symptome nach dem Verzehr der Nüsse oder von Haselnußschokolade. Nach einer nur 3monatigen Anti-Ulkus-Behandlung bildeten 15 % von 152 Probanden de novo IgE-Antikörper gegen zumindest eines von 19 getesteten Nahrungsmittelallergenen.
Auch dies führen die Forscher auf eine gestörte Proteinverdauung zurück.

Vor diesem Hintergrund rate ich meinen Patienten nur zu einer kurzfristigen Therapie mit Säurehemmern - falls diese unbedingt indiziert sein sollte. Kurzfristig bedeutet 4 - 6 Wochen. Die Warnung richtet sich aber auch gegen die besonders in Naturheilkreisen propagierte "Übersäuerungstherapie", die auch als Säure-Basen-Therapie bezeichnet wird. Den Patienten wird geraten, oft über viele Wochen alkalische Pulver einzunehmen.
Auszug aus "Nervenschutz durch Entgiftung", © 2005 Klaus-Dietrich Runow, ISBN 3-86516-504-4

__________

Daß Basenpulver nur kurzfristig eingenommen werden soll, habe auch ich im Forum wiederholt gesagt.
So, meine Lieben, und jetzt werde ich mir gleich mein verdientes Basenvollbad gönnen.

Liebe Grüße, euer Krasny
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Irene (13.02.2010), lucky (09.07.2011)
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